Ich kann das Wort Cordoba nicht mehr hören.
Nach der kirchlichen Hochzeit (resp., wenn ich mit meinen Haaren wieder machen darf, was ich will, weil ich nicht mehr darauf achten muss, sie versehentlich zu kurz schneiden zu lassen, sodass sie nicht mehr hochsteckbar sind u.ä.) würde ich sehr gerne mal eine neue Frise ausprobieren. So weit, so schlecht. Ich gehe ja nur sehr ungern zum Friseur, und wenn, dann habe ich vorher ein Schnäpschen getrunken oder mich mit Kaffee zugedröhnt, um das Ganze nervlich einigermaßen zu überstehen. Und dabei gehöre ich gar nicht zu den Frauen, die beim Friseur nie zufrieden sein können. Eher zu denen, die sich schon freuen, wenn nichts schief geschnitten oder verfärbt wurde. Oder wenn die Kopfhaut beim Waschen nicht mit Bimssteinen geschrubbt wurde, um einem glaubhaft weismachen zu können, man hätte Schuppen.
Ich bin ja gar nicht so! Ich möchte nach dem Friseurbesuch nur einigermaßen - e i n i g e r m a ß e n - annehmbar aussehen und mich guten Gewissens ohne Kopfbedeckung ins Freie trauen können. Aber ich habe einfach zu viele zu schlechte Erfahrungen beim Friseur gemacht, und es wird mich ein gutes Stück Überwindung kosten, mich wieder in so eine Frisierstube zu wagen. Zunächst am Tag meiner Hochzeit zur Hochsteckfrisur und danach zwecks ganz neuem Look. Ohoh. Wenn das mal gut geht.
Aber ich bin bestens vorbereitet. Ich habe mir im Vorfeld schon mal angesehen, wie ich hinterher aussehen könnte. Mit diesem netten Brigitte-Tool hier. Als Ergebnis sehe ich mich darin bestätigt, dass ich mich in der Vergangenheit immer wieder gegen alle möglichen Vorschläge aller möglicher Friseure so vehement gewehrt habe (bis auf das eine Mal, als ich erblondete): Ich wusste doch schon immer, dass Pony mir nicht steht. Blond auch nicht. Und Koteletten sind ebenfalls nicht so mein Ding. Der ultimative Beweis dafür, siehe unten. Nicht sehr ermutigend, das Ganze. Ich sehe mit den Trendfrisen aus wie Mireille Mathieu oder Katja Ebstein. Das kann erst recht nicht Sinn und Zweck des Ganzen sein. Ich tappe also nach wie vor im Dunkeln, aber immerhin weiß ích jetzt schon mal, was ich NICHT will, und zwar eine dieser Frisuren hier:
… sind eigentlich nicht sonderlich gut dazu geeignet, wieder mit dem Bloggen anzufangen. Oder vielleicht gerade. Vielleicht kann ich nur mit Scheißlaune schreiben. Was für ein trübsinniger Gedanke.
Na jedenfalls sollte mein erster Da-bin-ich-wieder-Blogeintrag eigentlich nicht so negativ werden. Konnte aber auch keiner ahnen, dass der Tag, an dem ich mir vornehme, mal wieder zu bloggen, ein solcher Scheißtag wird. Ich entschuldige mich hiermit für alle Flüche in diesem Eintrag und für die Tatsache, dass ich nur noch Halbsätze rausbringe. Ich kann nicht anders. Fertig mit der Welt. Ich. Jetzt.
- Heute morgen ging’s los, auf dem Weg zur Uni. Da war ich noch frisch, fromm, fröhlich und sogar frei. Frei von sämtlichen, negativen Gefühlen. Ein Zustand, der allerdings gerade mal bis zum Erdgeschoss anhielt, wo mir dann einfiel, dass ich vergessen hatte, eine Wasserflasche einzustecken. Keine gute Idee, an einem Tag, der dreißig Grad heiß werden soll, ohne Flüssigkeit im Gepäck durch Hamburg zu radeln. Also wieder hoch. Oben angekommen teilte mir mein Ehemann mit, Wasserflaschen gäbe es nur im Kofferraum unseres Autos. Dort dann allerdings in mehrfacher Ausführung. Oben Fehlanzeige. Also wieder runter. Im Gehen lauthals versprochen, später zu Budni reinzuspringen und eine neue Spülbürste (dringend!) zu kaufen. Und es nicht zu vergessen. Ich doch nicht. Und wenn schon, Budni ist ja bei uns um die Ecke. Runterspringen kann man ja immer mal schnell. Nun aber los, zur Uni. Ich immer noch halbwegs guter Laune.
- Bis zur Kellertür. Dort nächste Trübung meiner Gemütslage. Fahrrad raus und rums - Zeit für die allmorgendliche Begrüßung zwischen Pedale und Kniescheibe. Nun. Das kennen wir ja schon. Kann meinem Tag normalerweise nichts anhaben. Die Stelle ist eh schon total taub. Aber heute war es der Beginn eines Dramas in unzähligen Akten. An der Uni keine Zwischenfälle. Bis auf die kleine Konzentrationsschwäche zwischen 12.15 und 13.45 Uhr auch sonst keine Auffälligkeiten.
- Auf dem Rückweg von der Uni auf dem Weg zu einem Büromarkt in Winterhude verfahren. Fucking nicht vorhandener Orientierungssinn. Ist ja nicht so, als würde ich nicht schon seit acht Jahren in Hamburg und seit drei Jahren in Barmbek wohnen.
- Immerhin bin ich auf dem Irrweg an einer Commerzbank vorbei gekommen, was in Hamburg einem Wunder gleicht, denn hier gibt es nur noch so wenige Fillialen, dass man als Kunde, der Kontoauszüge ziehen will und sich des Onlinebankings verweigert, schon einen Freudensprung macht, wenn das gelbe C irgendwo unverhofft auftaucht. Ich wohne direkt neben einem. Was für eine Luxussituation. Aber nun brauchte ich schon auf dem Heimweg einen Kontoauszug. Also an dieser anderen Filliale Rad abgeschlossen, einen Schluck aus der Wasserpulle genommen, flugs zugeschraubt, Flasche zurück in die Tasche gesteckt, Tasche zu und ab zum Kontoauszugdrucker. Mittagspause. Hatte diese Filliale. Gerade in diesem Augenblick. Wer macht denn heute noch Mittagspause?! Die Tür zum Auszugdrucker/Automaten zu. Zugang nur durch Einschieben der ec-Karte in den dafür vorgesehenen Türöffnungsschlitz. Frechheit. Den Tränen nahe. Grund: Die Untiefen meiner Unitasche. Hinterhältiges Biest, hinterhältiges. Spuckt Geldbörsen, Schlüssel und Handys nur nach stundenlangem Gewühle aus. Aber was blieb mir anderes übrig. Tasche auf, Geldbörse rausgefischt, Geldbörse tropft, ec-Karte rausgefummelt. Moment mal. Erste Irritation wegen tropfender Geldbörse. Erneuter Griff in die Tasche. Zum Vorschein kommt ein extrem nasses Exemplar von Thomas Manns Der Erwählte, (Taschenbuchausgabe), erste Prognose: Nicht mehr lesbar. Schön, dass ich es vorher gerade mal bis Seite 10 geschafft hatte. Eine höchstens feuchte Reclam-Ausgabe von Hartmann von Aues Gregorius, ein nasser Pulli (den ich bei den heutigen Temperaturen ohnehin hätte zu Hause lassen können) und geschätzte dreißig ekelhaft-durchtränkte Taschentücher. Wütendes Getrampel vor der Commerzbankgeschäftsstelle. Hätte ich doch die verdammt, undichte Wasserflasche heute Morgen im Kofferraum gelassen.
- Muss ich noch erwähnen, dass der Kontoauszugdrucker kaputt war? Nein, oder?! Versteht sich doch von selbst. An Tagen wie diesen.
- Weiter geht’s zum Büromarkt. Mit Fahrradständer vor der Tür. Und einem letzten, freien Platz. Sollte ich an diesem Tag doch noch ein Quentchen Glück zugeteilt bekommen? Nein. Sollte ich nicht. Im Fahrradschloss die Finger eingeklemmt. Und überhaupt war das Schloss heute irgendwie kürzer als sonst. Es langte hinten und vorne nicht. Wobei ich mir ohnehin schon immer die Frage stelle, ob es auf der Welt noch einen zweiten Menschen gibt, der beim Abschließen seines Fahrrades eine ähnlich schlechte Figur macht, wie ich es zu tun pflege. Ich verrenke mich stets sonstwie, um das Rad inklusive Rahmen an einer geeigneten Stelle festgeschlossen zu bekommen. Andere springen vom Sattel, machen ein Mal Klick! und hüpfen elegant davon. Ich brauche durchschnittlich fünf Minuten, bis alles in bester Ordnung ist (Schloss sitzt, Rad fällt nicht um, ich habe nicht versehentlich die Schlüsselkette an meinem Schloss mit abgeschlossen etc).
- Im Büromarkt nach farbigem Papier gesucht. Hätte ich lieber bleiben lassen sollen. Als ich es gefunden hatte, griff es mich an. Mir fiel ein 250-er-Pack 160g-Papier in Dunkelrot auf den linken Fuß. Es möge sich jeder selbst ausrechnen, wieviel das gewogen hat. Ich möchte das nicht wiederholen.
- An der Kasse fiel mir sämtliches Kleingeld aus dem Portemonnaie, kuller kuller. Dem neuen Portemonnaie. Das alte habe ich in der Hoffnung, endlich was Besseres gefunden zu haben, aufgrund eines undichten Kleingeldfaches weggeschmissen.
- Zuhause angekommen. Sogar, ohne mich erneut zu verfahren. Endlich. Verschwitzt, die Haare kreuz und quer im Gesicht, müde, durstig. Vergessen, die Spülbürste zu kaufen. Fertig mit der Welt. Eine neue Spülbürste muss aber sein. Versprochen ist versprochen. Und sonst keine andere Möglichkeit, Geschirr abzuwaschen. Also wieder runter. Budni zum Glück bei uns um die Ecke, s.o.
- Unten angekommen festgestellt: Kein Geld mehr im Portemonnaie. Ach, halb so wild. Wie oben erwähnt, nicht nur Budni sondern auch Commerzbank in direkter Nachbarschaft. Aber von wegen Luxussituation. Heute Nachmittag um halb vier herrschte vor dem dortigen Geldautomaten ein größerer Andrang als gleichzeitig vor der Kasse des Stadtparkbades, da gehe ich jede Wette ein. Und das ist nichts Außergewöhnliches. Normalerweise schleiche ich mich sonntags morgens auf dem Weg zum Bäcker hier vorbei, denn das ist der einzige Tag, an dem die Schlange vor dem ec-Automaten nicht bis in den benachbarten Klamottenladen hinein reicht.
- Na ja. Den einen Euro für die Spülbürste konnte ich zum Glück gerade eben noch zusammen kratzen.
- Spülbürste ohne weitere Zwischenfälle erfolgreich erstanden.
- Auf die blöde Idee gekommen, gegenüber beim 1€-Laden mal nachzusehen, ob unter den ganzen Fahnen, die sie kurz vor der EM auf dem Bürgersteig feilbieten, auch ein paar Schwedenfahnen zu finden sind.
- Am Fahnenständer gedreht.
- Deshalb eine Ladung Coca Cola über den Kopf bekommen. Leider kein Scherz. Irgendein netter Mitmensch hat sich beim Burgerbräter nebenan anderthalb Liter im Becher gekauft, dann seine Liebe für Fahnen entdeckt, darüber offenbar seinen Durst vergessen und es glorreicherweise irgendwie geschafft, den Becher für eine Weile oben auf dem wackeligen Drehgestell zu platzieren. Das war doch eine Situation - wie für mich gemacht am heutigen Tag. Natürlich musste ich diejenige sein, die als Nächste an diesem Scheißständer gedreht hat.
- Eingesehen, dass ich lieber nach Hause gehen und dort auch bleiben sollte. Für den Rest des heutigen Tages. Dort hat man ja wenigstens seine Ruhe.
- Wie man’s nimmt. Daran, dass werktags in der Musikschule gegenüber zwischen 15 und 19 Uhr getrommelt wird, haben wir uns ja schon längst gewöhnt (Schlafzimmerfenster). Aber dass unser Lieblingschor neuerdings nicht nur sonntags, sondern auch freitags zur selben Zeit eine Etage höher Danke-für-diesen-guten-Morgen-Medleys trällert, das geht schon ein bisschen zu weit. Aber das ist am heutigen Tag natürlich längst noch nicht alles! Die Beschallung kommt heute wirklich von allen Seiten. Vor dem Kaufhaus schräg gegenüber unseres Arbeitszimmerfensters steht eine Gruppe Saxophonisten mit Verstärkern, und neben dem Burgerbräter hat sich eine Panflöten spielende Combo zum Stelldichein versammelt. Das ist doch nicht mehr normal.
Ergo: Es gibt in unserer Wohnung derzeit keinen einzigen Platz, an dem man nicht beschallt wird. Flüchten ist auch keine Lösung, ich traue mich jetzt nicht mehr hinaus. Ich gehe jetzt ins Bett, mache das Licht aus und ziehe mir mein Kissen über den Kopf. Und da bleibe ich, bis dieser verdammte Tag vorbei ist.
wenn man nichts zu sagen hat.
Irgendwann habe ich einfach aufgehört zu bloggen.
Nicht, dass es mich genervt hätte.
Nicht, dass ich keine Lust mehr gehabt hätte.
Es liegt auch nicht daran, dass ich aufgrund der Hochzeit keine Zeit mehr hätte.
Wobei. Der Anteil an freier Zeit hat sich dadurch schon reduziert.
Aber nein. Ich blogge nicht mehr, und das ganz ohne Grund, einfach so. Wenn ich nicht immer noch regelmäßig andere Blogs lesen würde und nicht über einen dortigen Link versehentlich mal wieder mein eigenes Blog angeklickt hätte, wäre mir vielleicht noch nicht mal aufgefallen, wie lange ich schon nicht mehr gebloggt habe.
Irgendwie kommentiere ich auch nicht mehr; ebenfalls ohne nennenswerten Grund.
Vielleicht fange ich irgendwann mal wieder an.
Aber jetzt höre ich erst mal auf.
Euch einen schönen Frühling!
Und dem HSV einen Tabellenplatz irgendwo zwischen 1 und 3. Trotz grottigen Spiels derzeit. Ich habe die letzten beiden Spiele verschlafen. Zu Recht.
Heidiho!
Wo sind die letzten drei Wochen hin?
Wie ein ungeliebter Schluckauf kläglich untergegangen zwischen Unistress, Hochzeitsvorbereitungen und dem typischen Alltagskram. Und der Hamburgwahl. Und dem 1:1 gegen Bayern. Und so. Hicks.
Fangen wir mit Letzterem an. Nun. Bayern war stärker. Aber dümmer. Vor allem mein Lieblings-Bayern-Holländer, über dessen Aussetzer natürlich mal wieder nicht berichtet wird. Aber wie dem auch sei, insgesamt können wir mit dem Punkt zufrieden sein. Die müssen uns doch schon hassen, da unten an der Isar. Da kommt der unverschämte HSV und nimmt immer irgendwelche Punkte mit. Tjo.
Und die Hamburg-Wahl. Alles wie vorher, nur, dass es jetzt hier verdammt nach schwarz-grün riecht. Eine sehr gewöhnungsbedürftige Kombination, aber Hamburg ist für Gewöhnungsbedürftiges ja bekannt, was das angeht. Die düsteren Zeiten der Partei Rechtsstaatlicher Sonstwas liegen ja zum Glück hinter uns.
Die Hochzeit organisiert sich so vor sich hin, der Frühling kann kommen, meinetwegen.