Eigentlich wollte ich ja mal wieder über Fußball bloggen, mir ist gerade aufgefallen, dass die Einträge hier in letzter Zeit leicht monothematisch daher kommen. Zum Beispiel, dass ich Martin Jol inzwischen in mein Herz geschlossen habe (ich musste desöfteren über ihn lachen, obwohl ich nicht wollte). Oder dass ich immer noch glaube, dass wir Meister werden. Und dass ich schon die ganze Zeit überlege, ob ich den kleinen Wurm dann anlässlich der Meisterschaftsfeier wirklich für zwei Stunden bei Oma abliefern kann. Mir ist noch nicht ganz klar, ob ich das jetzt schon übers Herz bringe, aber ich habe ja noch ein bisschen Zeit, um mir das reiflich zu überlegen. Oma würde sich jedenfalls freuen. Ich könnte auch schreiben, dass ich mich schon gar nicht mehr darüber wundere, dass wir noch immer in allen drei Wettbewerben unterwegs sind. Oder darüber, wie pervers es eigentlich ist, vier Mal hintereinander gegen Werder Bremen zu spielen. Und dass Tim Wiese offenbar jetzt schon Schiss davor hat.
Aber gut.
Ich schreibe natürlich über das Baby!
Unsere kleine Linn hat sich schon ganz gut akklimatisiert bei uns. Inklusive 3-4-Stunden-Rhythmus. So lange schläft sie, dann will sie essen und gewickelt werden. Dann ein bisschen Entertainment bitte, und dann wieder schlafen. Immer noch das liebste Baby der Welt. Und trotzdem ist es natürlich anstrengend. Aber wunderschön. Das Anstrengende ist vergessen, sobald sie einen mit ihren hübschen Augen ansieht. Mir geht das Herz auf, da kann ich noch so müde und vollgesabbert sein. Die Waschmaschine läuft im Prinzip 24 Stunden am Tag, und irgendwie rieche ich von Kopf bis Fuß nach Babypups. Wie unsere ganze Wohnung im Übrigen. Dafür ist der Vormietergeruch jetzt endlich weg, der hat mich eh genervt.
Ansonsten ist Frau Krawallski - wie ich die junge Dame in der Spätschwangerschaft öfter nannte - gar nicht mehr so krawallig. Sie weiß genau, was sie will, und das tut sie kund. Bisher gelingt es uns ganz gut, sie zu interpretieren, den Hunger-Schrei bzw. das Hunger-Augenbrauenhochziehen vom Ich-habe-in-die-Windel-gemacht-jetzt-tut-endlich-was-wie-unfähig-seid-Ihr-denn-Gequake zu unterscheiden. Besonders geduldig ist sie dabei nicht, das hat sie vom Vater, wie dieser schon peinlich berührt zugegeben hat. Dafür beruhigt sie sich aber auch meistens in Nullkommanix, wenn sie bekommen hat, was ihr ihrer Meinung nach zustand.
Ein Problem haben wir auch schon: Sie will nicht ins Bettchen. Jedenfalls nicht, solange sie nicht tief genug schläft. Das ist etwas anstrengend, weil man sich nach dem Stillen selbst schon im Tiefschlaf befindet, während Madame immer noch mit den Augen zuckt - und das ist dann eindeutig der falsche Moment, um sie ins Bettchen zu legen, dann wacht sie sofort auf, strampelt wütend ihre Decke weg und möchte bitte bekuschelt werden. Sofort. Natürlich. Ich lerne langsam, wann sie tief genug schläft. Und tja:
Sie hat uns im Griff. Das Baby ist der Boss. Ich schlafe jetzt, wenn sie schläft, auch, wenn es mitten am Tag ist. Sonst habe ich keine Chance, dieses Stillen-Schlafen-Wickeln-Prozedere jede Nacht durchzuhalten. Ich esse, wenn sie schläft - Frühstück muss dann auch öfter mal warten. Ich dusche, wenn sie schläft. Manchmal auch um zwölf Uhr mittags. Ich gewöhne mich dran. Bin kein Freund davon, dem Baby meinen Rhythmus aufzudrücken, auch, wenn es offensichtlich genug Mütter gibt, die das versuchen. Ich stelle mich nicht mit der Stoppuhr neben das Kind und wecke es auf, nur, weil es gerade soundsoviel Uhr ist und es jetzt essen muss. Es isst, wenn es Hunger hat, und es schläft, wenn es schlafen will, und basta. Dadurch haben wir ganz viele, schöne, ruhige Momente zusammen, und ihr gefällt’s, also bin ich auch zufrieden.
Soviel von der Babyfront. Heute kommen die Omas und die Opas, es wird aufregend für Linn. Aber davon weiß sie noch nichts, sie schläft am Fenster im Tageslicht. Das ist ein Leben!