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To save me from tears

Dezember 24th, 2009

Drei Stunden! Das ist neuer Rekord. Noch nie zuvor habe ich so lange gebraucht, um den Weihnachtsbaum zu schmücken. Und dabei hatte alles so vielversprechend begonnen. Mit zwei neuen, noch verpackten Lichterketten, die nicht erst noch entwirrt werden mussten, was mich sonst alle Jahre wieder zur Verzweiflung / in den Wahnsinn treibt. Das konnte ich also schon mal flott abhaken. Und da diese wunderbaren Lichterketten so konzipiert waren, dass man den Stromanschluss nicht wieder zurückführen musste, flutschte alles wie geschmiert. Dazu noch eine schön gewachsene Nordmanntanne mit herrlich weichen Nadeln und wunderhübsche neue Kugeln mit sehr praktischen Klemmhaken, die man einfach in die Äste hängen kann, ohne Gequetsche und Gedrücke. Und aufgrund der weichen Nadeln gab es auch kein widerwärtiges Nagelhautgepiekse.

Was also hat dazu geführt, dass ich gestern 180 Minuten am Stück mit dem Behängen des Baumes verbracht und dabei auch noch eindeutig zu oft Last Christmas gehört habe?

Mein Perfektionismus. Was muss ich auch immer so genaue Vorstellungen haben. Natürlich bin ich wie immer nach Schema P vorgegangen. P wie Papa. Alles von Papa gelernt. Erst die Lichterkette, dann die evtl. vorhandene Girlande, dann die Kugeln und der Rest an Dekokram. Die Kugeln immer schön verteilen, sodass die Farben sich nicht ständig an denselben Stellen wiederholen, große Kugeln nach außen und unten, kleine nach innen und oben.

Klingt so einfach. Ist es aber nicht.

Noch mal zurück zum Anfang, der Lichterketten. Zwei Stück. Ganz neu. Alles wunderbar. Um nicht immer unter den Baum kriechen zu müssen um sie an den Strom anzuschließen, bin ich auf die glorreiche Idee gekommen, Funksteckdosen mit Fernbedienung zu installieren. Leider hat der Hersteller diese Steckdosen so versehen, dass man sie aufschrauben muss, um einen Funkcode einzustellen. Und leider befindet sich unser Werkzeugkasten im Anbau, den man über die Terasse erreicht. Und noch leiderer hat es gestern geschneit wie Bolle. Die Umsetzung des Funksteckdosenplanes habe ich also zähneknirschend auf den nächsten Tag verschoben. Na ja. Für White Christmas war ich bereit, etwas Geduld aufzubringen.

Dann die Girlande, die wollte auch einfach nicht so wie ich. Widerspenstiges Vieh. Kaum verteilt, rutschte sie hier vom Ast und warf sich dort merkwürdig schlaff in die Kurve. Ich habe dabei mehr Runden um den Baum gedreht als Schumi in seiner ganzen Karriere um den Hockenheimring. Ich hasse es, wenn die Girlande blöde hängt. Dann sieht das so dahingerotzt aus. Die Girlande muss hübsch hängen. Hab’s halbwegs hingekriegt. Halleluja.

Dann die Kugeln. Konnte machen, was ich wollte - sie so wild verteilen wie nur irgend möglich -, zum Schluss hingen immer die lilafarbenen bei den lilafarbenen, die rosafarbenen bei den rosafarbenen und die pinken bei den pinken. Je mehr ich sie verteilen wollte, desto schlimmer wurde es. Irgendwann bin ich dazu übergegangen, sie mehr oder weniger blind zu verteilen. Und plötzlich ging’s.

Gegen 0.30 Uhr war ich fertig. Fix und fertig. Aber ich finde, es hat sich gelohnt. I proudly present:

weihnachtsbaum01.jpg
weihnachtsbaum02.jpg

Irgendwie sieht er gar nicht so aus, als hätte ich so viel Zeit hinein investiert. Nächstes Jahr gibt’s n Tischbäumchen. Wird eh nicht anders gehen, denn dann läuft hier ein Zwerg durch die Gegend, der sowieso alles wieder abreißt, was man vorher mühsam aufgehängt hat.

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